Elterninformation

 

zu den Ergebnissen aus der Fremdevaluation 2012

 

 

 

Liebe Eltern,

die Schulleitung und das Lehrerkollegium der Schule Nendingen bedanken sich auf diesem Wege herzlich für Ihre konstruktive Mitarbeit bei der Fremdevaluation im Februar 2012.

Mit diesem Infoblatt möchten wir Sie über die Ergebnisse aus der Evaluation informieren.

 

Das Evaluationsteam, das mit allen am Schulleben Beteiligten (Schüler/Eltern/Lehrer/Schulleitung) Interviews führte, in allen Klassen Unterricht beobachtete und sich ein umfassendes Bild vom Schulhaus machte, attestierte der Grund- und Hauptschule Nendingen eine überaus erfolgreiche Unterrichtsarbeit.

 

22 Merkmale, die eine Schule charakterisieren, wurden beleuchtet. Sie wurden in einer vierstufigen Bewertungsskala (Entwicklungsstufe, Basisstufe, Zielstufe, Exzellenzstufe) beschrieben. Erklärtes Ziel der Schulaufsicht ist, dass sich jede Schule in Zukunft auf der Zielstufe einreihen kann.

Unsere Schule wurde bei 4 Merkmalen in die Basisstufe, bei 17 Merkmalen in die Zielstufe und sogar bei einem Merkmal in die Exzellenzstufe eingestuft, eine tolle Leistung.

In folgender Zusammenfassung des Evaluationsberichts werden die Besonderheiten, herausragenden Arbeitsbereiche und Entwicklungsfelder, die aus der Sicht des Evaluationsteams kennzeichnend für die Arbeit unserer Schule sind, dargestellt:

 

»Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Schule im Ortzentrum errichtet und über die Jahre mehrfach erweitert. Die Architektur des Schulgebäudes spiegelt von 1895 beginnend verschiedene Epochen wider. Alle Gebäudeteile wurden mit der Zeit teilweise mehrfach saniert und werden so den heutigen Anforderungen gerecht. Auch das nebenstehende Gebäude, das „Weiße Schulhaus“, erhielt im OG eine Renovierung. Dort ist die Außenklasse der Johann-Peter- Hebel-Schule aus Tuttlingen untergebracht. Im Erdgeschoss werden die Kinder der „Verlässlichen Grundschule“ betreut. In naher Zukunft soll

die Sanierung des Schulhofs durch Umgestaltung und Erweiterungsmaßnahmen folgen, um den Kindern Anreiz zur aktiven Pausengestaltung zu geben. Bisher wurden erste Schritte in Eigenregie unternommen und u. a. eine Außenwand künstlerisch gestaltet.

Die ländliche Lage und überschaubare Klassengrößen sorgen für ein Wohlgefühl bei allen am Schulleben Beteiligten. Die Tatsache, dass sich im Schulhaus alle kennen, schafft eine Atmosphäre, die den Lernprozess fördert und die Gemeinschaft stärkt.

 

Die Lehrerschaft der Grund- und Hauptschule Nendingen ist stolz auf das Montessori-Schulprofil. Grundsätze dieser Pädagogik sind im Leitbild verankert und prägen das Bild der Schule. Neben fest definierten Freiarbeitszeiten wird an der Schule jahrgangsübergreifend und fächerübergreifend unterrichtet. Einige Lehrkräfte haben das Montessori-Diplom erworben und geben ihr Wissen an das Kollegium weiter. Vor allem in der Grundschule kommen entsprechende Unterrichtsmaterialien und –formen zum Einsatz. Der Unterricht der Schule initiiert bei den Schülerinnen und Schülern aktive Aufnahme- und Verarbeitungsprozesse. Dabei werden unterschiedliche Sozialformen gezielt eingesetzt.

Selbstgesteuertes, aktives Lernen ist ein übergeordnetes Prinzip der Unterrichtsgestaltung an der Schule, an dem sich alle Lehrkräfte ausrichten. Dabei werden die Angebote auf die jeweilige Schülergruppe abgestimmt.

 

Im Kollegium herrscht Konsens über die Bedeutung des selbstgesteuerten, aktiven Lernens. Wissen und Material in Bezug auf selbstgesteuertes, aktives Lernen wird gezielt ausgetauscht. Es existiert ein koordinierter Austausch von methodischem Wissen und Material. Dabei wird die eigene Praxis regelmäßig reflektiert und bei Bedarf weiterentwickelt.

Die Schülerinnen und Schüler nutzen die ihnen gegebenen Spielräume zur Gestaltung des Unterrichts eigenständig und selbstverantwortlich. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten regelmäßig selbstorganisiert.

 

An der Grund- und Hauptschule Nendingen wird seit vielen Jahren durchgängig von Klasse 1 bis 9 offenes Arbeiten praktiziert. Dies geschieht in der Grundschule nach der Montessori-Methode. In der Hauptschule, teilweise auch in der Grundschule, arbeiten die Schülerinnen und Schüler nach einem Wochenplan. Das Aufgabenangebot aus Pflicht- und Wahlaufgaben umfasst verschiedene Fächer. Darüber hinaus lernen die Schülerinnen und Schüler in Projekten, z. B. den verschiedenen Theaterprojekten in der Grundschule. In der Hauptschule werden alle Themen, die sich für ein Projekt eignen, insbesondere in den Fächern MNT, Musik oder informations-technische Grundbildung meist projektartig angeboten.

 

In den Lernwerkstätten der Klassenstufen 1 bis 4 lernen die Kinder einmal wöchentlich gemeinsam mit- und voneinander. So werden beispielsweise im Fach Mathematik verstärkt Geometrie- und Denksportaufgaben eingesetzt. In Deutsch können die Kinder mit Sprache spielen und Berichte verfassen sowie im Bereich Natur und Technik Experimente durchführen. Die Lernwerkstätten bieten außerdem die Möglichkeit, das Schulcurriculum umzusetzen, indem die Kinder innerhalb des Faches Mensch, Natur und Kultur ihr Wissen über die heimatliche Donau vertiefen.

 

Das im Schulportfolio verankerte Schulcurriculum weist die Zielrichtung des selbstgesteuerten Lernens von Klasse 1 bis 9 aus. Nach Aussagen der Schülerinnen und Schüler werden die meisten Aufgaben von ihnen selbst mit Hilfe von Lösungsblättern oder in Partnerarbeit kontrolliert.

Freiarbeits- und Wochenpläne, anregende Materialien aus der Montessori-Pädagogik und aktivierende Aufgaben- und Fragestellungen ermuntern die Schülerinnen und Schüler im Unterricht, mitzudenken und aktiv am Unterricht teilzunehmen. So beteiligen sie sich rege an Unterrichtsgesprächen, bewegen sich zu Reimen und Liedern in Englisch, recherchieren im Internet zu Instrumentengruppen oder setzen das Freiarbeitsmaterial routiniert ein. Dabei arbeiten sie meist einzeln, aber auch in Partnerarbeit oder in der Gruppe.

 

In den Klassenräumen sind die Tische so angeordnet, dass Stuhl- oder Sitzkreise schnell arrangiert werden können. In den Regalen finden sich vielfältige Lern-, Spiel- und Hilfsmaterialien, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler in Arbeitsecken zurückziehen oder außerhalb des Klassenzimmers arbeiten. Alle Räume haben internetfähige PC-Arbeitsplätze.

Vorwiegend in der Grundschule arbeiten die Lehrkräfte nach eigenen Aussagen auf Stufenebene zusammen, um Wissen und Material auszutauschen und weiterzuentwickeln.

Jede Klasse führt sechs bis sieben Stunden Freiarbeit pro Woche durch. Diese findet in jeder Klasse zu festgelegten Zeiten, jedoch aus stundenplantechnischen Gründen nicht einheitlich statt«

 

Dass mit der Fremdevaluation die Schulentwicklung nicht als abgeschlossen bezeichnet werden kann, versteht sich von selbst.

 

Bestehende Entwicklungen gilt es zu optimieren, neue Zielvorstellungen, die sich aus dem pädagogischen Aufgabenfeld ergeben, gilt es zu erkennen und bildungswirksam umzusetzen.
Der Bericht zur Fremdevaluation nennt Empfehlungen, an denen unsere Schule während der kommenden Jahre weiterarbeiten soll:

 

 > Ideen und Vorschläge von Eltern systematisch zu erfragen und diese, neben der Einbindung in den schulischen Alltag, verstärkt an Schulentwicklungsprozessen zu beteiligen. Auf diese Weise können sie als Partner der Schule die Erziehungs- und Bildungsprozesse noch mehr begleiten und fördern.

(Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein Schüler- und Elternfragebogen in Arbeit, in dem Sie in Bälde uns Ihre Vorschläge mitteilen können)

 

> die pädagogischen Grundsätze der Schule Schülerinnen und Schülern sowie Eltern nahe zu bringen, um den Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz der Leitziele, die die pädagogische Ausrichtung der Schule beschreiben, zu erhöhen.

(Eine Elternbroschüre mit allen wichtigen Infos rund um die Schule ist in Vorbereitung  und wird zu Beginn des neuen Schuljahres verteilt).

 

> Um den Schülerinnen und Schülern immer wieder differenzierte, über die Note hinaus gehende Rückmeldungen über deren Leistungs- bzw. Entwicklungsstand zu geben, bedarf es noch weiterer Vorgehensweisen, der Einübung einzelner Formen der Leistungsrückmeldung und der Absprache im Kollegium.

 

> Eine Feedbackkultur zur persönlichen Weiterentwicklung der Lehrkräfte soll angeregt und konsequent ausgebaut werden.

(Mittels zweier pädagogischen Nachmittage will sich das Kollegium auf den neuesten Stand bringen und Absprachen treffen, was an Feedbackkultur in die tägliche Unterrichtsarbeit integrierbar ist.) 

 

 

 

 

Die Exzellenzstufe für den Qualitätsbereich Unterricht – die Förderung des selbstgesteuerten, aktiven Lernens – und auch viel Lob vonseiten der Schulaufsicht erfüllt das Kollegium der Schule Nendingen mit Genugtuung und anerkennt den großen Einsatz des Kollegiums. Dadurch sehen wir auch den eingeschlagenen Weg der Integrierung der Freiarbeit und des offenen Arbeitens in die alltägliche Unterrichtsarbeit sowie die inclusive Beschulung (Außenklasse) als bestätigt.

 

Fazit:

Alle Gremien der Grundschule Nendingen sind stolz auf die attestierten Ergebnisse und nehmen sie gerne als Ansporn für eine erfolgreiche und zukunftsorientierte Weiterarbeit.

 

Auf diesem Weg bitten wir auch Sie, liebe Eltern um ihre konstruktive Mitarbeit und Unterstützung zum Wohle unserer Kinder.

 

 

 

Nendingen, den 20. Februar 2013

Für das Steuerungsteam

Helene Buggle